1 Zwei BD I Studenten
Seit heute Abend verstehe ich die Position der Womans Studies viel besser. Durch den Film „ilayam mullim“ [Blätter und Dornen] von Regisseur K.P. Sasi, der anwesend war. Der Film zeigte die reale Welt der Frauen in Indien, insbesondere der Frauen in ländlichen Gegenden. Traurig, dass Frauen noch immer behandelt werden wie Dreck, während die Männer das verdiente Geld versaufen und verspielen. Was ich anfangs nicht glauben konnte/ wollte, wird so traurige Realität. Hier ist in Indien (und sicher auch in anderen Teilen der Welt) Aufklärungsarbeit zu leisten. Traurig. Ich bin regelrecht schockiert über diese Fakten. Dieser Film wurde als Dokumentarfilm angepriesen, die Lust, abends statt zu schlafen diesen Film zu schauen war entsprechend gering. Dass dies ein solch Augen öffnender Abend werden würde, hatte ich nicht auf der Rechnung. Auch das ist ein Teil der uns fremden Kultur. Ein schockierender zwar, aber dennoch ein Teil.
Ein anderer Teil der Kultur ist die Offenheit und die Lernwilligkeit der Inder. Heute haben wir mit Solomon Benjamin fest gemacht, dass Katrin und ich während unserer Freizeit einen Klassenraum zur Verfügung gestellt bekommen, um interessierten Indern Deutschunterricht zu geben. Wir, insbesondere Katrin, freuen uns auf diese Herausforderung. Und wir freuen uns, etwas zum Kulturaustausch beitragen zu können. Schon gestern begannen wir, unseren Freunden vom YMCA, mittlerweile 10, uns eingeschlossen, das Lied „Immer mehr“ beizubringen. Insbesondere Max und Vinnet sind begeistert bei der Sache und singen das Lied, wenn auch schief und mit grauenvoller Aussprache von ganzem Herzen mit. So ist Austausch ein gutes Erlebnis, das ich nicht missen möchte.
Langsam fühlen wir uns heimisch hier, das Problem ist nach wie vor die Sprachbarriere, Englisch zu sprechen ist die eine, leichtere Sache, jetzt sollen aber noch die Hausaufgaben in gelesener/ geschriebener Form hinzukommen. Das überfordert uns im Moment noch beide. So werden Katrin und ich es trotz allem ruhig angehen und nur da arbeiten, wo es uns Spaß macht. Für mich sind das im Moment die communication class (Weil der Dozent so sehr an Herrn Schulz erinnert, eine geniale Gabe zum Geschichten erzählen hat und so gut mit Worten spielt) und eben die schon genannten Womans studies, weil das Thema seit heute zum Greifen nah ist und für uns doch irgendwie von einem anderen Stern ist. Aber gerade das macht es interessant.
Morgen geht es zur Bangalore-Exkursion und danach mit den YMCA-Friends zum MC Donalds. Wird sicher lustig, mal was anderes außer Reis zu essen. Hoffentlich sind die Burger auch aus Weizen und Fleisch und nicht aus Reis!
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