Freitag, 25. april 2008
Katrin
Der Tag heute war eigentlich ganz OK. Yoga war lustig, mal sehen wie es weiter geht. Anschließend haben wir unseren Stundenplan bekommen. To much! [zu viel] Alle Tage bis oben hin voll. Ich frage mich, wann wir da noch Hausarbeiten schreiben sollen. Und nun auch noch die Gruppenarbeit in Feministischer Theologie. Das ärgert mich grad echt. Auch wenn es Stress ist, irgendwie ist es alles ruhiger und entspannter, lockerer. Wenn etwas heut nicht ist, dann ist es halt morgen. Kein Gemecker, warum jetzt noch Ansagen sind, usw. Aber eins weiß ich: ich werde mich in Deutschland am Kolleg nie wieder beschweren wie viel Arbeit wir haben, weil im Gegensatz zu hier ist es echt wenig. Der zweite Versuch, ein Päckchen zu schicken, ist gescheitert. Das heißt, wir hätten es schicken können, aber 2800 Rupien sind 40 Euro und das ist eindeutig zu viel für ein 1kg Päckchen mit 10 Tafeln Schokolade. Morgen wollen wir es im normalen indischen Postoffice versuchen. Die Kommentare auf die Berichte in unserem Internetblog lassen stark nach. Das ist echt schade. Seit heute ist ein Mädchen aus den Netherlands [Niederlanden] hier. Sie ist das zweite Mal in Indien, Bangalore und kennt sich hier ein wenig aus. Sie kann sogar deutsch, aber wir sprechen trotzdem englisch, damit alle anderen es auch verstehen. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass keiner der LehrerInnen unser Problem mit den vielen Hausarbeiten, Hausaufgaben und Gruppenarbeiten und dem zu vollen Stundenplan wirklich versteht. „Ja es ist doch gut für euch. Ihr bekommt doch keine Noten. …!“ Solche Sätze hören wir sehr oft. Aber wir sind doch zum Exchange [Austausch] hier. Studieren müssen wir zu Hause noch genug! Ich hoffe das wird noch besser.

Torsten
21:15 Uhr

Der erste „richtige“ Schultag liegt hinter uns. D.h. 6:15 Yoga, also 6 Uhr aufstehen. Um 7:30 Frühstück, 8:20 Morgenandacht, 9:00 Unterricht bis 13 Uhr, Mittagessen, 14:30 Unterricht bis 16:00. Danach in die Stadt, Abendessen um 19:30, 19:50 Evening Prayer [Abendgebet], 20:20 Bhajan, 21:00 Bett. Das vorneweg, nun zu den Einzelheiten.

Yoga war interessant, bin gespannt, was da noch auf uns zukommt. Verschiedene Entspannungs- und Atemübungen.

Unterricht: Begann mit CVJM-Studien. Also die Geschichte des CVJM, gepaart mit der Frage „was ist CVJM?“ Spannend, unterhaltsam, besser als in D. Danach „Freistunde“, da der Lehrer für Bibel 1 nicht erschien. Also Zeit zum Studieren. Danach Church & Society. Gäbe es die Möglichkeit, ein Fach abzuwählen, dann dieses. Trocken, kaum verständliches Englisch. Darauf folgte Womans Studies. War heute nicht so interessant, Nachbesprechung des Films. Nach dem Mittagessen CVJM-Studien, der nächste Teil. Wieder gut, Solomon Benjamin hat es drauf. Danach trafen wir ein Mädchen aus Holland, die die nächsten 1,5 Monate mit uns am UTC ist. Sehr gut, sowohl für Katrin als auch für mich. Jemand Europäisches, der uns hilft, die Tage leichter zu ertragen. Muss ein Geschenk Gottes sein. Anders nicht zu erklären. Mit ihr (deren Name mir gerade nicht einfällt, Fawke oder so) und Ruben sind wir in die Stadt, Päckchen Versuch 2. Wäre alles gut gegangen, bis es zum Preis kam. Rs 2.800 für 1kg Schokolade. Viel zu viel. Etwa 40€. Beim nächsten Kurier (TNT) „nur“ rs 1.800. Wir haben das „Unternehmen Päckchen“ vorerst verschoben, vielleicht klappt es morgen, wenn wir es mit der Post probieren. Lieferzeit 2-3 Wochen. Dafür vielleicht annehmbare Preise. Sonst bekommen sie [unser Kurs und das Kolleg] nur eine Postkarte (per Post, rs 15). Und die Schokolade bringen wie im September mit.

Nach der Stadt waren Katrin und ich im Internet, den Freunden [= alle zu Hause Gebliebenen] von dem Spaß erzählen. Danach Abendessen und Evening Prayer. Dieser Evening Prayer, bzw. die Idee, dass ein Dozent oder Studierender dem ersten Jahrgang und allen Interessierten einen biblischen Gedanken bringt, fasziniert mich und lässt Pläne fürs Kolleg wachsen. Vielleicht lässt sich der Konzept in etwas abgewandelter Form (1x/ Woche, nach dem Mittagessen?) auch am Kolleg umsetzen? Der heutige Text stand in Kolosser 3,12-17. In allen Dingen, die wir tun, sollen wir Jesus danken und ihm Bitten, uns zu helfen. Amen dazu.

Dennoch schaue ich etwas besorgt in die kommenden Tage. Voll gepackte Stunden, kaum Zeit zum Atmen. Hoffentlich machen wir viele Ausflüge, um Indien noch mehr/ besser kennen zu lernen. Mir tun unsere Kollegen leid, die trotz des vollen Stundenplans noch Hausarbeiten (Assignments) schreiben müssen und sich viel intensiver als wir auf den Unterricht vorbereiten sollen. Aber auch für uns ist der Tag voll gepackt. Einerseits bin ich froh darüber, weil so die Zeit schneller vorbei geht, andererseits können wir Indien so nicht genießen.

von Torsten Geiger veröffentlicht in: Indien Community: Indien
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