Samstag, 3. mai 2008
Katrin
Der Morgen verlief ganz normal. YMCA Studies war echt super. Hoffentlich klappt das, dass wir morgen nicht zu Church und Society müssen, denn heute mussten wir, weil Solomon noch nicht mit ihm gesprochen hat. Morgen brauchen wir aber die freie Stunde um Deutsch vorzubereiten. Am Nachmittag in YMCA Studies hatten wir unsere Präsentation „me and my work“ [Ich und meine Arbeit], in der wir den deutschen CVJM und das CVJM – Kolleg vorgestellt haben. Ich glaube, dass war gut. Eigentlich sollten bis heute alle mit der Präsentation fertig sein, aber irgendwie waren wir die Einzigen. Da war Solomon schon etwas sauer. Nach den YMCA Studies fand das erste Hostel meeting in diesem Studienjahr statt.1 Das ist schlimmer als unsere VV am Kolleg! Ein Thema war der Hostelprayer – wenn es nach mir ginge wäre der freiwillig und ich nicht dort! Es ging darum, dass die Mädels sich in dem Raum in welchem er statt findet nicht wohlfühlen2, was ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann. Es geht um sie, aber sie sagen nichts dazu. Ein Mädel hat sich getraut, aber das war es auch schon. Dafür haben sich die Jungs fast die Köpfe eingeschlagen. Aber danach können sie auch wieder zusammen lachen. Zwischenzeitig war die Konsequenz, dass die Mädels ihren eigenen Hostelprayer machen sollen. Ich frage mich, wenn die Studenten es nicht einmal schaffen im Gebet eins zu sein, als Christen, dann will ich nicht wissen wie es später in ihren Familien aussieht oder schon aussieht. Nun soll es in einem Klassenraum stattfinden. Totaler Quatsch! Es ist ungemütlich. So habe ich es heute Abend ausfallen lassen und eine warme Dusche genossen.

1 Eine Versammlung aller Studierenden, in der wichtige Dinge des Zusammenlebens besprochen werden.

2 Der Raum für das Abendgebet „Hostelprayer“ befindet sich im Jungenwohnheim.


Torsten
21:50 Uhr

Seltsam, wir sind schon drei Wochen fern von Zuhause. Und trotzdem fühle ich mich noch nicht heimisch, auch wenn die Leute hier sehr nett sind. Trotzdem fehlt mir die deutsche Sprache und das „relaxte“ Deutschland. Den ganzen Tag Englisch sprechen strengt doch an, auch wenn es schon fast normal ist. Katrin und ich sind heute, immer wenn wir Ruhe zu zweit finden, gespannt auf den morgigen Tag, unser einjähriges. Wäre also Zeit, eine erste Zwischenbilanz unserer Beziehung zu ziehen. Vielleicht machen wir das morgen. Der heutige Tag war sehr entspannt, das einzige Highlight war das General Body Meeting, quasi die VV [Vollversammlung] des UTC. Fazit daraus: Ich werde mich nie wieder über die Länge unserer VVs beschweren. Beginn war um 4:30 Uhr, Ende um 7:30 Uhr. 3h VV. Zum Glück war die Versammlung aufgrund der Streitereien und Strittigkeiten sehr unterhaltsam und kurzweilig. Und zwischen drin gab es sogar Tee und Gebäck. Wäre mal eine Maßnahme für unsere VV. Nach der Bhajan-Practice studierten wir mit einigen UTClern und Mathew und Mike einen Suaheli-Song ein, mit Bewegungen und allem. Sehr lustig und unterhaltsam. Besonders Saji, der von Bewegung und Gesang keine Ahnung hat und sich dementsprechend bewegte.

Jetzt lege ich mich schlafen, warmes Wasser habe ich nach dem Abendessen genutzt um zu duschen, und freue mich auf den morgigen Tag.


von Torsten Geiger veröffentlicht in: Indien Community: Indien
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