Montag, 5. mai 2008
Katrin
Der Tag war sehr entspannend, aber ich bin trotzdem sehr müde, denn wir starteten um 6.10 Uhr mit Aerobic. Danach gönnte ich mir erst einmal eine schöne warme „Dusche“ – das hat man hier schließlich nicht alle Tage. Als etwas technikbewandter Mensch tut es mir in den Andachten immer wieder weh, dass ans Mikrofon geklopft wird, um zu schauen, ob es an ist. In der Morgenandacht hat ein Bischof gepredigt. Als er sich vorstellte, ist mir aufgefallen, wie viele Dozenten selbst einmal hier Studenten waren. Gemeinsam mit dem Bischof haben wir am Nachmittag Kaffee getrunken. Schade daran war, dass wir nicht zum Field Visit konnten. Ich hatte mich wirklich darauf gefreut. Zum Field Work werden wir wahrscheinlich an verschiedene Orte fahren. Aber ich hab schon gesagt, dass ich definitiv nur mit Torsten, Mike oder Mathew zusammen fahre. Als Frau hat man es hier so schon schwer. Wenn dazu noch eine neue Umgebung, neue Menschen, neue Situationen kommen, brauche ich jemanden, den ich kenne und dem ich vertrauen kann.

Torsten
22:05 Uhr

Schon ist der nächste Tag vorbei. Er begann, wie jeder Mittwoch, mit Aerobics. Anstrengend, aber gut. Durch den Ausfall von Bible 1 hatten wir heute zwei Freistunden, die ich genutzt habe, um das Assignment in Theology and Ethics fertigzustellen. In der Communication Class begannen wir, Andachten von 3 Minuten Länge aufzunehmen auf Video, um diese später analysiert zu bekommen. Die YMCA-Crew ist morgen am Zug. Mittags sollten wir eigentlich zu den Field Visits gehen, da aber der Bischof der CSI (Church of South India) zu Besuch am UTC war, hatte Solomon Benjamin eine Unterhaltung mit dem Bischof arrangiert, welche um 16:00 Uhr begann und bis etwa 17:45 Uhr ging. So viel zu der angekündigten halben Stunde. Dennoch war das Treffen interessant, da der Bischof ein wenig Deutsch konnte und in einer Mischung aus Deutsch und Englisch erzählte.

Katrin und ich sind davor in die Stadt gegangen, ein neues Handtuch für mich zu kaufen, da ich nur eines besitze. Zudem bereiteten wir noch den Unterricht für morgen vor, unsere erste Deutschstunde. Am Abend, nach der Bhajan-Practice, hatten wir das letzte „Training“ für den Suaheli-Song, den wir morgen in der Andacht aufführen. Zum Dank, dass wir (etwa 15 Leute) mitmachen, sponserte Mose Eis für alle, da er morgen die Andacht hat.

Katrin hatte heute wieder einen schwereren Tag, da Solomon Benjamin in einem Nebensatz erwähnte, dass wir für die Field Visits Ende August/ Anfang September höchst wahrscheinlich getrennt werden. Dies nahm sie sehr mit, sie beruhigte sich aber wieder. Das Problem ist, dass Frauen in Indien nicht so angesehen sind und Katrin nach wie vor, genauso wie ich, damit Probleme hat, dass es keine Gleichberechtigung gibt. Viele Männer grüßen keine Frauen oder schauen sie nicht an. Schade. Zum Glück leben wir im fortschrittlicheren Deutschland. Auf Dauer könnte ich unter diesen Umständen nicht leben!

von Torsten Geiger veröffentlicht in: Indien Community: Indien
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