Donnerstag, 8. mai 2008
Katrin
Prems Frau gibt mir heute Abend einige Rezepte. Soeben hat sie mir eine Blumenkette aus Jasmin ins Haar gesteckt. Das tragen hier sehr viele Frauen. Das Frühstück war wirklich lecker. Da merkt man erst einmal, wie schlecht das Essen am UTC ist. Nach dem Essen bekam ich einen Kurs „indisch Kochen für Anfänger ganz praktisch“.

Die ganze Familie tat ihr Bestes, mir alles zu einfach und anschaulich wie möglich zu erklären. Anschließend waren wir auf dem St. Thomas Mountain. Hier war der Legende nach ein Jünger Jesu, Thomas der Zweifler. Er hat hier gepredigt und ist auch hier gestorben. Von hier aus konnte man den Flughafen von Chennai sehen und Flugzeuge, die sehr tief landeten und starteten, beobachten. Das freute vor allem Prems kleine Tochter und Torstens Fotokamera. Am Nachmittag erfüllte sich einer meiner Wünsche für Indien – einmal das Meer zu sehen. Wir waren am Marina Beach. Es war super, das Salzwasser zu riechen und an den Füßen zu spüren und im Sand barfuß zu laufen. Für Hannah, Prems Tochter war es das erste Mal, am Meer zu stehen und sie erschreckte sich fürchterlich, als das Wasser ihre Füße nass machte. Anschließend ging es im Einkaufszentrum shoppen. Hier ist es so heiß, dass uns, als wir aus dem Einkaufszentrum herauskamen, eine Hitzewand entgegenschlug.

Torsten Nachtrag vom 30. Juni

Wir sind endlich bei Prem!

Der Tag begann, wie jeder Freitag, um 6:15 Uhr mit Yoga. Gefolgt von Bible 1, zwei Vorträgen zweier Gruppen in Theologie und Ethik (Katrin + Gruppe: Interfaith in YMCA and Church, Ich + Gruppe: Prediagnosis of Embryo). War interessant, mein erster Vortrag auf Englisch. Hoffentlich folgen nicht so viele. Danach Library-Zeit, die wir allerdings mit Packen verbrachten und einer Stunde communication class bei einer Vertretungslehrerin, die über die Entwicklung von Medien von Anfang an referierte. War interessant.

Nach dem Mittagessen sind wir in Solomon Benjamins Büro, wo uns Samson (Sein Sekretär, oder besser: Botenjunge) zum Bahnhof brachte. Unser erstes Mal Zug fahren in Indien. Zweite Klasse. Pro Abteil 2 x 3 Plätze, war teilweise sehr eng und unbequem auf Dauer.

Eine dünne Matte als Unterlage war alles, was an Luxus da war und 31 Ventilatoren im Wagen. Die Zugfahrt, sehr ruckelig, dauerte mehr als 5 Stunden, eine gute Geduldsübung, da man nicht viel machen kann. Die Zugfahrt ist ein einziges Abenteuer. Der Spass ist, dass man nahezu alles im Zug bekommen kann. Von Chai, Kaffee, Blumen über Gemüse und Bücher wird vieles angeboten. Traurig, dass so viele Bettler mitfahren. Viele von ihnen könnten bei uns in Deutschland problemlos mit kaum Einschränkungen leben. So einer der Bettler, der ein amputiertes Bein hatte. Besser, ihm fehlte „nur“ die Wade. Knie und alles noch da. Bei uns könnte dieser Mann arbeiten und hätte eine Prothese und ein nahezu normales Leben. Hier gehört er zur zur absoluten Unterschicht und muss täglich hoffen, zu überleben.

 

Das Ankommen in Chennai war das nächste Wunder Gottes. Kurz vor Chennai betete ich zu Gott, da wir beide nicht wussten, wo wir aussteigen mussten und bat ihn, uns ein Zeichen zu geben, wann wir raus müssen. Durch Gottes Größe meldete sich ein Mitreisender, der die ganze Zeit still im Abteil saß und sprach auf Deutsch (!!!) zu uns und konnte uns sagen, wann wir raus müssen

.

So viel zu Gottes unendlicher Größe. Wir können hier voll auf ihn vertrauen!

 

Endlich in Chennai angekommen, erwartete uns Prem schon. Wir erkannten ihn sofort an der „Kommt“-Kappe. Er führte uns über den heißen Bahnhof in ein klimatisiertes Restaurant, wo wir Chappatti aßen. Danach ging es mit der Metro zu ihm nach hause. Dort angekommen, wurden wir der Verwandtschaft vorgestellt und hatten einen netten Austausch bis 23 Uhr. Nachdem wir dann geduscht hatten, war es Zeit für uns, ins Bett zu gehen, da der Tag sehr anstrengend und so voll mit neuen Eindrücken und Erfahrungen war.

 

Samstag, 30. Juni

22:30 Uhr

Schon wieder ist ein indischer Tag vorbei. Es war ein heißer Tag und mein Magen lässt mich etwas im Stich. Magenprobleme, die höchst wahrscheinlich vom zu wenig Trinken kommen.

 

Wir waren am Morgen beim Mt. St. Thomas, einem Berg, an dem angeblich der Apostel Thomas war. Die Aussicht war gut, wir konnten den Flughafen und ankommende Flugzeuge sehen. Nach dem Mittagessen sind wir an den Strand von Chennai gefahren. War super, der Sand leider verschmutzt, aber das Wasser warm, so dass wir unsere Füße ins Wasser hängen und am Wasser spazieren gehen konnten. Danach sind wir zur Shopping Mall „Spencer's“ gegangen, wo Katrin einen Rock + passendes Oberteil und ein weiteres Oberteil gekauft hat. Steht ihr sehr gut!

Ich gehe jetzt gleich schlafen, Katrins Magen macht leider auch ein wenig Probleme. Das wird am Wetter und der hohen Luftfeuchtigkeit, gepaart damit, dass wir viel zu wenig getrunken haben, liegen. Hoffentlich geht es uns morgen wieder besser.

 

Also ist dem Torsten doch nichts passiert, er hat es lediglich nicht geschafft, rechtzeitig einen EIntrag zu verfassen. Bleibt gespannt, was noch alles auf Katrin und Torsten zukommt!

von Torsten Geiger veröffentlicht in: Indien Community: Indien
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