Donnerstag, 29. mai 2008
Katrin
Heute Morgen hatten wir zwei Blöcke frei. In diesen habe ich mit Solomon ein paar Sachen wegen unseren Ausflüge und dem Field Work im August durchgesprochen. Er war sichtlich erschrocken, dass auch auf dem Campus nicht alle mit Frauen reden oder sie grüßen. Er hat auch verstanden, dass ich deshalb auch nicht ohne eine Person, wo ich weis, dass sie OK zu mir ist, zum Field Work fahren möchte. Eine kleine Anekdote zum Thema Mann und Frau: Wenn ich allein auftrete kommt es öfter vor, dass ein Junge auf mich zukommt und fragt „Wo ist Torsten?“. Wenn er sich weiter mit mir unterhalten würde wäre das ja Ok. Aber so sieht es so aus als wenn Torsten super viel wert wäre und ich gerade genug, um Auskunft zu geben.

Häuser wie bei Harry Potter – war meine Erinnerung als ich von den vier Sporthäusern, die nach ehemaligen Direktoren bekannt sind, vorgestellt wurden. Jedes kämpft in sportlichen Wettkämpfen um den „Hauspokal“. Nur dass kein sprechender Hut uns gesagt hat, in welches Haus wir kommen. Am Nachmittag war wieder irgendeine Veranstaltung der Studierenden – die dritte oder vierte in den ersten drei Wochen. Wir haben dankend das Kaffee trinken mitgenommen und sind dann in den Bücherladen. Wir hatten einfach keine Lust schon wieder in irgendeiner Veranstaltung vier Stunden herumzusitzen.

Heute habe ich wieder gemerkt, wie fertig ich von den viel zu vollen Tagen bin. Torsten geht es auch so. Er war nur am rumnörgeln. Ich unterstütz ihn wirklich gerne, aber ich möchte nicht unter seiner Laune leiden müssen. Das hab ich ihn auch gesagt und er meinte das er das nicht will, dass ihm die Situation grad viel zu viel ist. Ich hoffe das legt sich wieder und er ist ein bisschen ausgeruhter oder nimmt sich mal eine Auszeit.


Torsten
21:05 Uhr

Torte meets Burnout.

Zumindest fühle ich mich gerade so, als ob ein einen LKW geknutscht, mit der Straßenwalze gekuschelt und eine Runde Bungee-Jumping ohne Seil ausprobiert hätte. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wann ich das letzte Mal ausgeschlafen habe oder eine Stunde absolute Ruhe genossen hätte. Sehr traurig, dementsprechend fühle ich mich auch, leicht reizbar, nicht zufrieden zu stellen, alles ist zu viel, jede Minute, die ich frei habe, versuche ich im Bett zu verbringen, aber wirkliche Erholung bringen diese kurzen Pausen auch nicht. Ein freier Nachmittag wäre ein Geschenk des Himmels, aber selbst die Wochenenden sind vollgepackt. Ich habe das Gefühl, hier nicht her zu gehören, denn irgendwie scheint nur mir das so zu gehen, die Inder strotzen vor Energie und benötigen nur die Hälfte meines Schlafes. Zum Glück geht es den Kenianern manchmal auch so. Ich gehe jetzt noch kurz Eimern, um dann hoffentlich lange und ungestört schlafen zu können.

von der_torte veröffentlicht in: Indien Community: Indien
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